Abnehm-App von der Krankenkasse: zanadio, Oviva und was die Kasse sonst zahlt

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Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt zwei Abnehm-Apps vollständig: zanadio und Oviva Direkt. Beide sind als digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) für Adipositas dauerhaft im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet. Voraussetzung ist ein BMI ab 30 und ein Alter ab 18 Jahren; zugelassen sind beide für Adipositas Grad 1 und 2, also einen BMI von 30 bis 40. Jede Ärztin, jeder Arzt und jede Psychotherapeutin kann die App verordnen, und du kannst sie auch selbst bei deiner Krankenkasse beantragen. Liegt dein BMI unter 30, zahlt die Kasse keine App, bezuschusst aber meist zertifizierte Präventionskurse zum Abnehmen, auch online. Reine Kalorienzähler wie YAZIO, Fddb oder Kalorienlog.de sind keine DiGA.

Welche Arten von Abnehm-Apps es gibt und was die Forschung zu ihnen sagt, steht in Abnehm-App: Welche hilft wirklich?.

Im Artikel (8 Abschnitte)
  1. Welche Abnehm-Apps bezahlt die Krankenkasse?
  2. Wer bekommt eine Abnehm-App auf Rezept?
  3. Wie bekommst du die App?
  4. Wie unterscheiden sich zanadio und Oviva Direkt?
  5. Was zahlt die Kasse, wenn dein BMI unter 30 liegt?
  6. Bezahlt die Kasse YAZIO, Fddb oder Lifesum?
  7. Wann ist eine DiGA die bessere Wahl als ein Kalorienzähler?
  8. Häufig gestellte Fragen

Welche Abnehm-Apps bezahlt die Krankenkasse?

Zwei: zanadio und Oviva Direkt. Sie sind die digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA), die für die Indikation Adipositas zugelassen sind – darauf weisen die Fachplattform esanum (Stand Mai 2025) und die Apotheken Umschau hin. Beide sind laut Hersteller dauerhaft im DiGA-Verzeichnis des BfArM aufgenommen. Für die dauerhafte Aufnahme muss ein Hersteller in einer Studie zeigen, dass die App die Versorgung verbessert.

Eine DiGA ist kein gewöhnlicher Kalorienzähler, sondern ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt. Beide Programme kombinieren laut esanum Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie und basieren auf Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie. Die Mahlzeiten erfasst du auch hier in der App; dazu kommen Lerninhalte und, je nach Programm, Kontakt zu Ernährungsfachkräften.

Wer bekommt eine Abnehm-App auf Rezept?

Voraussetzungzanadio und Oviva Direkt
Alterab 18 Jahren
BMIab 30 (Adipositas); zugelassen für Grad 1 und 2, BMI 30–40
Versicherunggesetzlich versichert (für die volle Erstattung)
Wer verordnetjede Ärztin, jeder Arzt, jede Psychotherapeutin und jeder Psychotherapeut
Ohne RezeptAntrag direkt bei der Krankenkasse möglich

Quellen: esanum.de, „DiGAs in der Adipositastherapie: Update 2025“; zanadio.de, „zanadio und Oviva – DiGA im Vergleich“; Apotheken Umschau, abgelesen am 31. Oktober 2026. Ob eine DiGA für dich medizinisch passt, entscheidet die verordnende Person.

Deinen BMI berechnest du aus Gewicht geteilt durch die Körpergröße im Quadrat. Wie das geht und was der Wert nicht aussagt, steht in Was ist BMI?.

Wie bekommst du die App?

Es gibt zwei Wege:

  1. Mit Rezept. Du sprichst mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt. Die App wird laut esanum auf dem normalen Kassenrezept (Muster 16) verordnet, meist für 90 Tage. Das Rezept reichst du bei deiner Krankenkasse ein und bekommst einen Freischaltcode.
  2. Ohne Rezept. Du beantragst die DiGA direkt bei deiner Krankenkasse. Die Kasse prüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, in der Regel mit einem Nachweis der Diagnose.

Die Verordnung belastet laut esanum weder das Arznei- noch das Heilmittelbudget der Praxis, und den Support für die App übernimmt der Hersteller. Du musst also nicht befürchten, dass die Praxis mit einer Verordnung zusätzliche Kosten hat.

Wie unterscheiden sich zanadio und Oviva Direkt?

Vor allem in der Dauer. Laut der Vergleichsseite von zanadio:

zanadioOviva Direkt
Programmdauerbis zu 12 Monate, Verordnung alle 3 Monateprimär 12 Wochen, Verlängerung durch erneute Verordnung
AnsatzErnährung, Bewegung, VerhaltenErnährung, Bewegung, Verhalten, mit Ernährungsfachkraft im Chat

Die Angaben stammen aus einer Herstellerseite von zanadio und sind deshalb nicht neutral; zu den Studienergebnissen der beiden Apps findest du die Angaben im DiGA-Verzeichnis des BfArM (diga.bfarm.de).

Welche App besser zu dir passt, hängt davon ab, wie viel persönliche Begleitung du willst und wie lange. Lass dir beide in der Praxis erklären.

Was zahlt die Kasse, wenn dein BMI unter 30 liegt?

Keine App auf Rezept. Aber die meisten gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen zertifizierte Präventionskurse zu Ernährung und Gewicht, die von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP) geprüft sind – oft auch als Online-Kurs. Die Höhe legt jede Kasse selbst fest. Die AOK Sachsen-Anhalt etwa übernimmt 90 Prozent der Kurskosten, höchstens 80 Euro pro Kurs, für bis zu zwei Kurse im Jahr.

Dazu kommen bei vielen Kassen eigene Angebote wie Ernährungsberatung oder Online-Coaches, und manche Bonusprogramme belohnen gesundheitsbewusstes Verhalten. Was genau deine Kasse zahlt, steht auf ihrer Website oder in der Kassen-App.

Bezahlt die Kasse YAZIO, Fddb oder Lifesum?

Nicht als DiGA: Reine Kalorienzähler wie YAZIO, Fddb, MyFitnessPal, Lifesum oder Kalorienlog.de sind keine digitalen Gesundheitsanwendungen für Adipositas. Ob deine Kasse ein Abo über ein Bonusprogramm oder einen Gesundheitszuschuss erstattet, erfährst du nur bei ihr.

Für viele reicht ohnehin die kostenlose Version eines Kalorienzählers. Was die Gratis-Versionen können, steht in Kalorienzähler-App kostenlos. Bei Kalorienlog.de ist die Erfassung per Satz und per Foto kostenlos und ohne Werbung; Coaching oder ärztliche Begleitung bietet es nicht.

Wann ist eine DiGA die bessere Wahl als ein Kalorienzähler?

Wenn dein BMI bei 30 oder darüber liegt, ist eine DiGA fast immer der bessere Startpunkt: Sie kostet dich nichts, sie ist auf Adipositas zugeschnitten, und sie verbindet das Eintragen mit Verhaltens- und Bewegungstherapie. Die S3-Leitlinie der Deutschen Adipositas-Gesellschaft empfiehlt genau diese Kombination aus Ernährung, Bewegung und Verhalten.

Ein Kalorienzähler ist eher das passende Werkzeug, wenn du ein paar Kilo abnehmen willst, keine Begleiterkrankungen hast und vor allem wissen willst, wie viel du isst. Eine Übersicht über die Arten von Abnehm-Apps steht in Abnehm-App: Welche hilft wirklich?.

Häufig gestellte Fragen

Welche Abnehm-App ist auf Rezept erhältlich?

zanadio und Oviva Direkt. Beide sind als DiGA für Adipositas gelistet und können ab einem BMI von 30 und einem Alter von 18 Jahren verordnet werden.

Was kostet Oviva ohne Rezept?

Oviva Direkt ist für gesetzlich Versicherte mit einem BMI ab 30 auf Rezept kostenlos. DiGA können laut Apotheken Umschau auch privat bezahlt werden; den aktuellen Preis nennt der Hersteller.

Kann ich eine DiGA selbst bei der Krankenkasse beantragen?

Ja. Neben der Verordnung durch eine Ärztin oder einen Arzt kannst du die DiGA auch direkt bei deiner gesetzlichen Krankenkasse beantragen. Die Kasse prüft dann, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

Wie lange ist eine Verordnung für eine Abnehm-App gültig?

Die Verordnungsdauer beträgt laut esanum in der Regel 90 Tage. Bei zanadio wird alle drei Monate neu verordnet, bis zu zwölf Monate; Oviva Direkt ist primär für zwölf Wochen gedacht und kann durch eine neue Verordnung verlängert werden.

Was bezahlt die Krankenkasse bei Übergewicht ohne Adipositas?

Meist einen Zuschuss zu zertifizierten Präventionskursen zu Ernährung und Gewicht, oft auch online. Höhe und Anzahl legt jede Kasse selbst fest.

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